Geschäftsbericht

Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften

Die Volkswagen AG hat am 20. Februar 2009 von der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, die von dieser im Rahmen eines Pflichtangebotsverfahrens übernommenen Aktien an der Scania AB (2,34 % der Stimmrechte beziehungsweise 7,93 % der Kapitalanteile) zu einem Preis von 0,4 Mrd. € erworben und damit ihren Anteil an Scania auf 49,29 % des Kapitals und 71,81 % der Stimmrechte erhöht. Ein sich ergebender Unterschiedsbetrag wurde direkt mit dem Eigenkapital verrechnet.

Volkswagen hat mit Wirkung zum 31. März 2009 die Übertragung aller Geschäftsanteile an der Volkswagen Caminhões e Ônibus Indústria e Comércio de Veículos Comerciais Ltda., Resende, Brasilien, an die MAN Gruppe abgeschlossen. Damit ist Volkswagen Caminhões aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Aufgrund des Veräußerungserlöses in Höhe von 1.323 Mio. € erhöhte sich das Sonstige betriebliche Ergebnis im ersten Quartal 2009 um rund 556 Mio. €.

Folgende Hauptgruppen von Vermögenswerten und Schulden wurden veräußert:

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Mio. €

 

2009*

*

Bis zum Ausscheiden aus dem Konsolidierungskreis.

Langfristige Vermögenswerte

 

321

Kurzfristige Vermögenswerte

 

633

davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

12

Langfristige Schulden

 

310

Kurzfristige Schulden

 

370

Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 hat der Volkswagen Konzern sämtliche Anteile an der MAHAG GmbH (ehemals: MAHAG Münchener Automobil-Handel Haberl GmbH & Co. KG), München, zur Sicherung der Präsenz und des Absatzes seiner Marken gegen Verzicht einer Forderung in Höhe von 9 Mio. € übernommen. Aus der Akquisition resultiert ein Goodwill von 8 Mio. €, der der MAHAG Gruppe zugerechnet wird.

Zur Erweiterung seiner Design- und Entwicklungskapazitäten erwarb der Volkswagen Konzern zum 27. Juli 2010 über die Automobili Lamborghini Holding S.p.A., Sant’Agata Bolognese, Italien, eine Tochtergesellschaft der AUDI AG, 90,1 % der Stimmrechte an dem Design- und Entwicklungs-Dienstleister Italdesign Giugiaro S.p.A, Turin, Italien (IDG). Die restlichen Gesellschaftsanteile an IDG werden weiterhin von den bisherigen Eigentümern gehalten. Im Gesamtkaufpreis von 180 Mio. € ist eine diesen Gesellschaftern gewährte Verkaufsoption auf die ausstehenden Anteile enthalten, die zum Fair Value bewertet wird. Im Zusammenhang mit dem Erwerb wurden bestehende vertragliche Beziehungen der IDG vorab einvernehmlich unter gegenseitigem Verzicht auf Geltendmachung von Schadensersatz oder anderen Ansprüchen aufgelöst. Der diesen Beziehungen bei IDG zuzuordnende Wert von 35 Mio. € wurde als separate Transaktion eingestuft und im Geschäftsjahr als Sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst.

Der Gesamtkaufpreis setzt sich wie folgt zusammen:

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Mio. €

 

2010

 Gezahlter Kaufpreis für 90,1 % der Stimmrechte

 

194

+ Option auf die ausstehenden Stimmrechte

 

21

– Ausgleich für die Beendigung bestehender Verträge

 

35

= Gesamtkaufpreis

 

180

Es ergab sich aus dem Unternehmenszusammenschluss ein Goodwill in Höhe von 72 Mio. €, der im Wesentlichen durch erwartete Synergieeffekte im Audi Teilkonzern bestimmt wird.

Im Laufe des Jahres 2010 erwarb die Scania Gruppe Handelsbetriebe in Frankreich, der Schweiz und Italien. Der gezahlte Kaufpreis belief sich insgesamt auf 6 Mio. €. Der erworbene Goodwill in Höhe von 1 Mio. € wurde dem Segment Scania Vehicles and Services zugeordnet.

Die endgültige Verteilung des Kaufpreises auf die Vermögenswerte und Schulden der voranstehenden Unternehmenszusammenschlüsse kann nachfolgender Tabelle entnommen werden:

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Mio. €

 

IFRS-Buchwerte im Erwerbs-zeitpunkt

 

Kaufpreis-allokation

 

Zeitwerte im Erwerbs-zeitpunkt

Markennamen

 

18

 

46

 

64

*

Ohne Geschäfts- oder Firmenwert der Volkswagen AG

Sonstige langfristige Vermögenswerte*

 

188

 

61

 

249

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

14

 

 

14

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

163

 

5

 

168

Summe Vermögenswerte

 

383

 

112

 

495

Langfristige Schulden

 

67

 

35

 

101

Kurzfristige Schulden

 

279

 

0

 

279

Summe Schulden

 

345

 

35

 

380

Der Bruttobuchwert der erworbenen Forderungen belief sich im Erwerbszeitpunkt auf 86 Mio. €, der Nettobuchwert (entsprach dem Zeitwert) auf 85 Mio. €. Das abnutzbare langfristige Vermögen hat eine Laufzeit zwischen 18 Monaten und 35 Jahren.

Durch die Einbeziehung der Unternehmen hat sich der Umsatz des Konzerns um 609 Mio. € und das Ergebnis nach Steuern um 1 Mio. € erhöht. Wären IDG sowie die von Scania übernommenen Geschäftsbetriebe bereits ab dem 1. Januar 2010 einbezogen worden, wäre der Konzernumsatz vor Konsolidierung um 95 Mio. € und das Nachsteuerergebnis um 3 Mio. € höher ausgefallen.

Die Fair Values der Vermögenswerte und Schulden wurden vorwiegend anhand beobachtbarer Marktpreise bestimmt. Konnten keine Marktpreise festgestellt werden, kamen ertragswertorientierte Verfahren für die Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zur Anwendung.

Des Weiteren wurden sechs im Vorjahr nicht konsolidierte inländische Gesellschaften sowie sieben neu erworbene, acht neu gegründete und sechs im Vorjahr nicht konsolidierte ausländische Gesellschaften erstkonsolidiert. Die erstmalige Einbeziehung dieser Tochterunternehmen hatte auf die Darstellung der Unternehmenslage einzeln und insgesamt keinen wesentlichen Einfluss. Daneben hat sich der Kreis der ausländischen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften durch Verkauf um vier und durch Fusion und Liquidation um sechs Gesellschaften verringert.

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