Geschäftsbericht

28 Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab.

Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich 2010 im Volkswagen Konzern auf insgesamt 1.040 Mio. € (Vorjahr: 983 Mio. €). Davon wurden in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung Beiträge in Höhe von 816 Mio. € (Vorjahr: 806 Mio. €) geleistet.

Überwiegend basieren die Altersversorgungssysteme auf Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), wobei zwischen rückstellungs- und extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird.

Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Bei allen Leistungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen erforderlich. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends (zum Beispiel Einkommens-, Rentenerhöhungen, Zinssatzänderungen) gegenüber den Rechnungsannahmen. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste verrechnen wir erfolgsneutral mit den Rücklagen.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden insbesondere die Verpflichtungen der US-amerikanischen Konzerngesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen ausgewiesen. Für diese pensionsähnlichen Verpflichtungen wird die erwartete langfristige Kostenentwicklung der Krankheitskosten berücksichtigt. Eine Erhöhung oder Verminderung der angenommenen Kostentrends im Bereich der medizinischen Versorgung um einen Prozentpunkt würde sich nur geringfügig auf die Höhe der Verpflichtungen auswirken. Im Geschäftsjahr 2010 wurden 16 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) als Aufwand für Krankheitskosten erfasst. Der zugehörige Bilanzwert zum 31. Dezember 2010 beträgt 175 Mio. € (Vorjahr: 142 Mio. €).

Die betriebliche Altersversorgung im Volkswagen Konzern beruht seit 1996 in Deutschland auf einer Rentenbausteinzusage, die nach IAS 19 als leistungsorientierte Zusage eingestuft wird. Seit dem 1. Januar 2001 ist dieses Modell zu einem Pensionsfonds weiterentwickelt worden. Dabei wird der jährliche vergütungsabhängige Versorgungsaufwand treuhänderisch durch den Volkswagen Pension Trust e.V. in Fonds angelegt. Dieses Modell bietet durch die Fondsanlage die Chance zu einer Steigerung der Versorgungsansprüche und sichert diese zusätzlich ab. Aus diesem Grund haben sich inzwischen fast alle inländischen Konzerngesellschaften hieran beteiligt. Da die treuhänderisch verwalteten Fondsanteile die Voraussetzungen von IAS 19 als Planvermögen erfüllen, ist insoweit eine Verrechnung mit den Rückstellungen erfolgt.

Soweit bei den ausländischen Konzerngesellschaften eine Absicherung vorgenommen wird, beruht diese im Wesentlichen auf Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Immobilien.

Folgende Beträge wurden für leistungsorientierte Zusagen in der Bilanz erfasst:

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Mio. €

 

31.12.2010

 

31.12.2009

 

31.12.2008

 

31.12.2007

 

31.12.2006

Barwert der extern finanzierten Verpflichtungen

 

4.885

 

4.120

 

3.240

 

3.330

 

3.235

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens

 

4.554

 

3.852

 

3.153

 

3.422

 

3.159

Finanzierungsstatus (Saldo)

 

331

 

268

 

87

 

–92

 

76

Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen

 

14.986

 

13.552

 

12.743

 

12.532

 

13.652

Nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

35

 

36

 

22

 

31

 

23

Aufgrund der Begrenzung von IAS 19 nicht als Vermögenswert bilanzierter Betrag

 

22

 

26

 

34

 

31

 

42

Bilanzwerte

 

15.375

 

13.881

 

12.886

 

12.502

 

13.793

davon Pensionsrückstellungen

 

15.432

 

13.936

 

12.955

 

12.603

 

13.854

davon Sonstige Vermögenswerte

 

57

 

54

 

69

 

101

 

61

Der Barwert der Verpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:

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Mio. €

 

2010

 

2009

Barwert der Verpflichtungen am 01.01.

 

17.672

 

15.983

Laufender Dienstzeitaufwand

 

366

 

343

Aufzinsung der Verpflichtung

 

972

 

918

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

 

1.352

 

985

Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds

 

20

 

15

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen

 

643

 

609

Rentenzahlungen aus dem Fonds

 

114

 

117

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

3

 

–33

Gewinne aus Plankürzung und -abgeltung

 

–24

 

–3

Konsolidierungskreisänderungen

 

45

 

–14

Sonstige Veränderungen

 

0

 

25

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

222

 

178

Barwert der Verpflichtungen am 31.12.

 

19.871

 

17.672

Die Entwicklung des Planvermögens ist aus folgender Tabelle ersichtlich:

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Mio. €

 

2010

 

2009

Fair Value des Planvermögens am 01.01.

 

3.852

 

3.153

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

247

 

203

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

 

42

 

136

Arbeitgeberbeiträge an den Fonds

 

333

 

297

Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds

 

21

 

16

Rentenzahlungen aus dem Fonds

 

111

 

114

Konsolidierungskreisänderungen

 

18

 

–14

Sonstige Veränderungen

 

–1

 

17

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

154

 

157

Fair Value des Planvermögens am 31.12.

 

4.554

 

3.852

Aus der Anlage der Planvermögen zur Deckung der zukünftigen Pensionsverpflichtungen ergaben sich Erträge in Höhe von 288 Mio. € (Vorjahr: 339 Mio. €).

Das Planvermögen enthält 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) Anlagen in Vermögenswerte und 23 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) Anlagen in Schuldinstrumente des Volkswagen Konzerns.

Die langfristig erwartete Verzinsung der Fondsvermögen basiert auf den tatsächlichen langfristig erzielten Erträgen des Portfolios, auf den historischen Gesamtmarktrenditen und einer Prognose über die voraussichtlichen Renditen der in den Portfolios enthaltenen Wertpapiergattungen. Die Prognosen beruhen auf detaillierten Analysen, die von Versicherungsmathematikern und Experten der Investmentbranche durchgeführt werden. Da die erwartete restliche Dienstzeit als Anlagehorizont dient, wurde die Annahme über die erwartete Verzinsung im Wesentlichen nicht verändert.

Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Fondsvermögen voraussichtlich auf 403 Mio. € (Vorjahr: 274 Mio. €) belaufen.

Das Fondsvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

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%

 

2010

 

2009

Aktien

 

29,8

 

29,3

Festverzinsliche Wertpapiere

 

52,9

 

53,2

Kasse

 

8,0

 

7,4

Immobilien

 

4,3

 

4,1

Sonstiges

 

5,1

 

6,0

Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

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Mio. €

 

2010

 

2009

Laufender Dienstzeitaufwand

 

366

 

343

Aufzinsung der Verpflichtung

 

972

 

918

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

247

 

203

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

3

 

–33

Verluste/Gewinne aus Plankürzung und -abgeltung

 

–24

 

–1

Verluste/Gewinne aus der Anwendung der Begrenzung des IAS 19,58(b)

 

–8

 

4

Saldo der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Aufwendungen und Erträge

 

1.062

 

1.028

Die obigen Beträge sind grundsätzlich in den Personalkosten der Funktionsbereiche enthalten; die Aufzinsung der Verpflichtung und die erwarteten Erträge aus Planvermögen werden in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.

Die in der Bilanz erfasste Nettoschuld hat sich wie folgt verändert:

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Mio. €

 

2010

 

2009

Bilanzwerte am 01.01.

 

13.881

 

12.886

Konsolidierungskreisänderungen

 

25

 

0

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Nettoaufwand

 

1.062

 

1.028

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen und Beiträge an den Fonds

 

979

 

910

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

 

1.311

 

849

Sonstige Veränderungen

 

–33

 

40

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

108

 

–11

Bilanzwerte am 31.12.

 

15.375

 

13.881

Zum Bilanzstichtag sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von 2.248 Mio. € (Vorjahr: 1.297 Mio. €) in der Bilanz eigenkapitalmindernd berücksichtigt.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen, also die Abweichungen zwischen der gemäß den versicherungsmathematischen Annahmen erwarteten und der tatsächlichen Entwicklung der Verpflichtungen und Vermögenswerte, können folgender Tabelle entnommen werden:

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Mio. €

 

2010

 

2009

 

2008

 

2007

 

2006

Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem Verlauf:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in % des Barwertes der Verpflichtung

 

0,39

 

1,16

 

–1,04

 

–0,48

 

0,03

in % des Fair Value des Planvermögens

 

0,13

 

3,16

 

–10,47

 

–2,44

 

2,57

Der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden die folgenden Annahmen zugrunde gelegt:

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Deutschland

 

Ausland

%

 

2010

 

2009

 

2010

 

2009

Abzinsungssatz zum 31.12.

 

4,90

 

5,40

 

1,20 – 10,80

 

1,20 – 11,30

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

4,25

 

5,00

 

3,00 – 11,70

 

4,00 – 11,70

Entgelttrend

 

2,70

 

2,50

 

1,60 – 8,70

 

1,50 – 8,70

Rententrend

 

1,00 – 1,60

 

1,00 – 1,60

 

0,80 – 5,58

 

0,80 – 6,00

Fluktuationsrate

 

0,75 – 1,00

 

0,75 – 1,00

 

2,00 – 11,00

 

2,00 – 18,00

Jährlicher Anstieg der Kosten für Gesundheitsfürsorge

 

 

 

2,00 – 7,60

 

4,50 – 8,00

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