Geschäftsbericht

Bezüge des Vorstands

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands entspricht den gesetzlichen Vorgaben des Aktiengesetzes (AktG) sowie weitestgehend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Insbesondere ist die Vergütungsstruktur gemäß dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG; § 87 Abs. 1 AktG) auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Die Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 2 und 3 (Vergleichsparameter bei variabler Vergütung) werden umgesetzt. Das Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder wurde durch die Hauptversammlung am 22. April 2010 mit 99,44 % der abgegebenen Stimmen gebilligt.

Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammen. Durch die fixen Bestandteile ist einerseits eine Grundvergütung gewährleistet, die es dem einzelnen Vorstandsmitglied gestattet, seine Amtsführung an den wohlverstandenen Interessen des Unternehmens und den Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns auszurichten, ohne dabei in Abhängigkeit von lediglich kurzfristigen Erfolgszielen zu geraten. Demgegenüber stellen variable Bestandteile, die unter anderem vom wirtschaftlichen Ergebnis des Unternehmens abhängen, eine langfristige Wirkung der Verhaltensanreize sicher.

Im Geschäftsjahr 2010 erhielten die Mitglieder des Vorstands eine fixe Vergütung von insgesamt 7.759.479 (Vorjahr: 5.623.917) €. Die fixen Bezüge enthalten in unterschiedlichem Umfang auch die Vergütung für die Übernahme von Mandaten bei Konzerngesellschaften sowie Sachzuwendungen, insbesondere die Überlassung von Dienstwagen und die Gewährung von Versicherungsschutz. Auf die Sachzuwendungen entfallende Steuern wurden im Wesentlichen von der Volkswagen AG getragen.

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VORSTANDSVERGÜTUNGEN 2010 (VORJAHRESWERTE IN KLAMMERN)1

 

 

Vergütung

 

Pensionen

 

Fix

 

Bonus

 

LTI

 

Gesamt

 

Zuführung zur Pensionsrück-
stellung

 

Barwert zum 31. Dezember2

1

Die Zahlen sind jeweils für sich gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen.

2 Der Betrag ist in dem in der Bilanz enthaltenen Gesamtbetrag für leistungsorientierte Zusagen erfasst (siehe Anhangangabe 28 im Konzernabschluss).

Martin Winterkorn

 

1.730.210 (1.700.317)

 

4.800.000 (4.900.000)

 

2.800.000
(–)

 

9.330.210 (6.600.317)

 

900.970 (1.329.956)

 

17.857.178 (16.684.628)

Francisco Javier

 

1.109.693

 

2.250.000

 

1.250.000

 

4.609.693

 

633.839

 

6.840.953

Garcia Sanz

 

(1.090.031)

 

(1.900.000)

 

(–)

 

(2.990.031)

 

(539.707)

 

(5.532.484)

Jochem Heizmann

 

969.155 (930.670)

 

2.000.000 (1.900.000)

 

1.250.000
(–)

 

4.219.155 (2.830.670)

 

1.007.244) (862.293)

 

7.559.496 (6.052.193)

Christian Klingler

 

888.407
(–)

 

2.250.000
(–)

 

1.250.000
(–)

 

4.388.407
(–)

 


(–)

 

856.479
(–)

Michael Macht

 

215.625
(–)

 

500.000
(–)

 

312.500
(–)

 

1.028.125
(–)

 


(–)

 

5.195.764
(–)

Horst Neumann

 

998.077 (952.614)

 

2.250.000 (1.900.000)

 

1.250.000
(–)

 

4.498.077 (2.852.614)

 

1.781.918 (1.080.980)

 

11.735.728 (9.028.101)

Hans Dieter Pötsch

 

962.902 (950.285)

 

2.000.000 (2.500.000)

 

1.250.000
(–)

 

4.212.902 (3.450.285)

 

1.287.865 (1.095.082)

 

8.382.115 (6.508.356)

Rupert Stadler

 

885.408
(–)

 

2.250.000
(–)

 

1.250.000
(–)

 

4.385.408
(–)

 


(–)

 

5.397.137
(–)

Summe

 

7.759.479 (5.623.917)

 

18.300.000 (13.100.000)

 

10.612.500
(–)

 

36.671.979 (18.723.917)

 

5.611.836 (4.908.018)

 

63.824.850 (43.805.762)

Die variable Vergütung setzt sich zusammen aus einem Bonus, der sich auf die Geschäftsentwicklung der jeweils vorangegangenen zwei Jahre bezieht, und seit 2010 aus einem Long Term Incentive (LTI), dem – vorbehaltlich der Einführungsphase – eine Betrachtung der jeweils vier vorangegangenen Geschäftsjahre zugrunde liegt. Die Höhe des Bonus orientiert sich im Wesentlichen an den erzielten Ergebnissen und der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens.

Die Höhe des LTI ist abhängig vom Erreichen der Ziele der Strategie 2018. Die Zielfelder umfassen im Einzelnen:

  • Top-Kundenzufriedenheit, gemessen am Kundenzufriedenheitsindex,
  • Top-Arbeitgeber, gemessen am Mitarbeiterindex,
  • Absatzsteigerung, gemessen am Wachstumsindex und
  • Steigerung der Rendite, gemessen am Renditeindex.

Der Kundenzufriedenheitsindex errechnet sich anhand von Indikatoren, die die Gesamtzufriedenheit unserer Kunden mit den ausliefernden Händlern, den Neufahrzeugen und den Servicebetrieben auf Basis des letzten Werkstattbesuchs abbilden.

Der Mitarbeiterindex wird aus den Indikatoren „Beschäftigung“ und „Produktivität“ sowie der Beteiligungsquote und dem Ergebnis von Mitarbeiterbefragungen („Stimmungsbarometer“) ermittelt.

Der Wachstumsindex errechnet sich aus den Indikatoren „Auslieferung an Kunden“ und „Marktanteil“.

Die ermittelten Indizes zur Kundenzufriedenheit, zum Bereich Mitarbeiter und zur Absatzsituation werden addiert und das Ergebnis anschließend mit dem Renditeindex, der sich aus der Entwicklung der Umsatzrendite und der Dividende je Stammaktie ergibt, multipliziert. So ist sichergestellt, dass der LTI nur dann ausgezahlt wird, wenn der Konzern auch finanziell erfolgreich ist. Denn wird bei der Umsatzrendite der Schwellenwert von 1,5 % nicht überschritten, beträgt der Renditeindex null. Folglich liegt dann auch der Gesamtindex für das betreffende Geschäftsjahr bei null.

Auf Basis des Vier-Jahres-Durchschnitts der Gesamtindizes legt der Aufsichtsrat die Höhe des LTI-Zielbetrags in jedem Geschäftsjahr neu fest. Der LTI wird dem Vorstand unter Anwendung eines Einführungsszenarios erstmals im Jahr 2011 für das Geschäftsjahr 2010 und die sich abzeichnende Entwicklung des Jahres 2011 berechnet und vorläufig ausgezahlt. Im Jahr 2012 wird die Entwicklung der Geschäftsjahre 2010 und 2011 sowie im Jahr 2013 die Entwicklung der Geschäftsjahre 2010 bis 2012 bei der Berechnung berücksichtigt. Ab 2014 werden dann die jeweils letzten vier Jahre der Betrachtung zugrunde gelegt.

Bei außerordentlichen Geschäftsentwicklungen kann der Aufsichtsrat eine Begrenzung der Summe der variablen Vergütungsbestandteile vornehmen (Cap).

Seit Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex am 20. November 2009 wird bei Neuabschlüssen von Vorstandsverträgen ein Abfindungs-Cap nach Maßgabe der Regelung des Deutschen Corporate Governance Kodex vereinbart, nicht jedoch bei Abschlüssen von Verträgen mit Vorständen ab deren dritter Amtszeit. Hier wird ein Bestandsschutz eingeräumt.

Während des Geschäftsjahres 2010 haben sich keine Änderungen bei laufenden Verträgen ergeben.

LEISTUNGEN NACH BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT

Im Falle der Beendigung ihrer Tätigkeit sind den Mitgliedern des Vorstands ein Ruhegehalt beziehungsweise eine Hinterbliebenenversorgung und für die Dauer des Bezugs des Ruhegehalts die Nutzung von Dienstwagen zugesagt.

Für Vorstandsverträge, die vor dem 5. August 2009 für die erste Amtszeit abgeschlossen wurden, gilt: Die nach Ausscheiden aus dem Unternehmen zu gewährende Altersversorgung ist bei einem Austritt auf Veranlassung des Unternehmens sofort und ansonsten mit Vollendung des 63. Lebensjahres zu zahlen. Werden bis zum 63. Lebensjahr auch von anderer Stelle Vergütungen bezogen, sind diese auf den Versorgungsanspruch bis zu einem bestimmten Festbetrag anzurechnen.

Für Verträge mit Vorständen für deren erste Amtszeit, die nach dem 5. August 2009 abgeschlossen wurden beziehungsweise werden, gilt: Die nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu gewährende Altersversorgung wird mit Vollendung des 63. Lebensjahres gezahlt.

Das Ruhegehalt ergibt sich aus einem Prozentsatz des fixen Grundgehalts, das den wesentlichen Teil der in der obigen Tabelle angegebenen individuellen fixen Vorstandsvergütungen ausmacht. Der individuelle Prozentsatz steigt, ausgehend von einem Prozentsatz von 50 %, mit jedem Jahr der Unternehmenszugehörigkeit um zwei Prozentpunkte an. In Einzelfällen werden Vordienstzeiten und erdiente Ruhegehälter angerechnet. Die vom Präsidium des Aufsichtsrats festgelegte Höchstgrenze liegt bei 70 %. Eine weitere Differenzierung dieser Leistungen nach erfolgsabhängigen Bestandteilen und Leistungen mit langfristiger Anreizwirkung erfolgt nicht. Zum Jahresende 2010 haben die Herren Winterkorn, Garcia Sanz und Macht einen Ruhegehaltsanspruch von 70 %, Herr Heizmann von 68 %, die Herren Neumann und Pötsch von 66 % und die Herren Klingler und Stadler von 52 % ihres fixen Grundgehalts erreicht.

Für Verträge mit Mitgliedern des Vorstands, die ab dem 1. Januar 2010 geschlossen wurden, besteht im Krankheitsfall Anspruch auf eine zwölfmonatige Fortzahlung der
normalen Bezüge. Zuvor abgeschlossene Verträge gewähren eine sechsmonatige Fortzahlung. Bei Dienstunfähigkeit besteht Anspruch auf das Ruhegehalt. Hinterbliebene erhalten 66 2/3 % Witwenrente beziehungsweise 20 % Waisengeld bezogen auf das Ruhegehalt des ehemaligen Vorstandsmitglieds.

Am 31. Dezember 2010 betrugen die Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 für Mitglieder des Vorstands 63.824.850 (43.805.762) €, der Rückstellung wurden nach IAS 19 im Berichtsjahr 5.611.836 (4.908.018) € zugeführt. Die nach handelsrechtlichen Vorschriften bewerteten Pensionsverpflichtungen betrugen 61.157.564 (30.043.464) €, der Rückstellung wurden handelsrechtlich im Berichtsjahr 24.804.582 (6.807.462) € zugeführt. Die Dynamisierung der laufenden Renten erfolgt analog zur Dynamisierung des höchsten Tarifgehalts, sofern die Anwendung des § 16 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) nicht zu einer stärkeren Anhebung führt.

Ausgeschiedene Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen haben im vergangenen Jahr 8.562.867 (8.252.535) € erhalten. Für diesen Personenkreis bestanden Verpflichtungen für Pensionen bewertet nach handelsrechtlichen Vorschriften in Höhe von 107.392.431 (86.581.736) € beziehungsweise nach IAS 19 in Höhe von 109.898.944 (106.679.193) €.

LEISTUNGEN BEI VORZEITIGER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT

Für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, ist keine Abfindung vorgesehen. Darüber hinaus wird seit dem 20. November 2009 beim Neuabschluss von Vorstandsverträgen der Empfehlung aus Ziffer 4.2.3 Abs. 4 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Abfindungs-Cap) entsprochen, soweit es sich nicht um Abschlüsse von Verträgen mit Vorständen ab deren dritter Amtszeit handelt; hier wird ein Bestandsschutz eingeräumt. Ansprüche aus dem Dienstvertrag sind auf maximal zwei Jahresvergütungen begrenzt.

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