Geschäftsbericht

Finanzielle Situation

FINANZIELLE SITUATION UND ZAHLUNGSMITTELBESTAND DES KONZERNS

Wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2010 hatten zum einen die Beteiligung an der Suzuki Motor Corporation und zum anderen die durchgeführte Kapitalerhöhung. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Liquiditätsentwicklung des Konzerns und stellen danach die operativen Ursachen nach Konzernbereichen dar.

Mit 15,5 Mrd. € war der Brutto-Cash-flow des Volkswagen Konzerns im Berichtsjahr um 5,9 Mrd. € höher als ein Jahr zuvor. Nachdem im Geschäftsjahr 2009 im Working Capital Mittel in Höhe von 3,1 Mrd. € freigesetzt wurden, kam es im Berichtsjahr aufgrund der gestiegenen Geschäftstätigkeit zu einer Mittelbindung in Höhe von 4,1 Mrd. €. Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft ging in der Folge auf 11,5 (12,7) Mrd. € zurück.

Im Geschäftsjahr 2010 sank die Investitionstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 11,0 % auf 9,3 Mrd. €. Mit 2,2 Mrd. € war der Netto-Cash-flow um 0,1 Mrd. € niedriger als im Jahr 2009.

Am 31. Dezember 2010 belief sich der Zahlungsmittelbestand des Volkswagen Konzerns laut Kapitalflussrechnung auf 18,2 Mrd. € und lag damit auf Vorjahresniveau. Die Brutto-Liquidität nahm um 2,1 Mrd. € auf 27,7 Mrd. € zu. Die Netto-Liquidität des Konzerns konnte auf –49,3 (–52,1) Mrd. € verbessert werden.

FINANZIELLE SITUATION IM AUTOMOBILBEREICH

Die gute Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr führte dazu, dass der Brutto-Cash-flow des Automobilbereichs mit 12,4 Mrd. € um 5,8 Mrd. € höher war als im Vorjahr. Im Working Capital kam es aufgrund eines stringenten Working-Capital-Managements trotz des Volumeneffektes aus der Geschäftsausweitung zu einer Mittelfreisetzung von 1,6 (6,2) Mrd. €. Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft stieg in der Folge um 8,7 % auf 13,9 Mrd. €.

Im Geschäftsjahr 2010 beliefen sich die Sachinvestitionen des Konzernbereichs Automobile auf 5,7 Mrd. €; sie lagen damit auf dem Niveau des Vorjahres. Da die Umsatzerlöse deutlich stiegen, fiel die Sachinvestitionsquote mit 5,0 (6,2) % geringer aus. Wir investierten vor allem in die neuen Fertigungsstandorte in Indien und den USA sowie in Modelle, die wir in den Jahren 2010 und 2011 in den Markt eingeführt haben beziehungsweise noch einführen werden. Im Wesentlichen sind dies die Nachfolgermodelle des Passat, des Sharan, des Jetta, des Touareg und des Audi A6 sowie der neue Audi Q3. Weitere Schwerpunkte bildeten die ökologische Ausrichtung der Modellpalette sowie der Ausbau der Modularen Baukästen. Einschließlich des Erwerbs der Anteile an Suzuki (1,8 Mrd. €) kam es in der Investitionstätigkeit zu einem Mittelabfluss von insgesamt 9,1 Mrd. €, der jedoch um 1,2 Mrd. € geringer war als im Vorjahr, in dem die mittelbare Beteiligung an der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG über die Porsche Zwischenholding GmbH sowie die Veräußerung des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts an die MAN Gruppe enthalten waren. Der Netto-Cash-flow des Konzernbereichs Automobile stieg um 2,3 Mrd. € auf 4,8 Mrd. €; davon entfielen 1,3 Mrd. € auf das Segment Scania Vehicles and Services.

Nachdem im Vorjahr in der Finanzierungstätigkeit des Automobilbereichs ein Mittelzufluss von 5,5 Mrd. € verzeichnet worden war, kam es im Berichtsjahr zu einem Mittelabfluss von 3,2 Mrd. €. Dies ist im Wesentlichen auf die höhere Tilgung von Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2010 flossen dem Volkswagen Konzern im Rahmen der Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital liquide Mittel in Höhe von rund 4,1 Mrd. € zu. Der Zahlungsmittelbestand belief sich am 31. Dezember 2010 auf 17,0 Mrd. €. Die Netto-Liquidität des Konzernbereichs Automobile übertraf am Ende des Berichtsjahres mit 18,6 Mrd. € den Vergleichswert des Vorjahres um 8,0 Mrd. €.

FINANZIELLE SITUATION IM FINANZDIENSTLEISTUNGSBEREICH

Der Brutto-Cash-flow des Finanzdienstleistungsbereichs war im Geschäftsjahr 2010 mit 3,2 Mrd. € um 4,8 % höher als im Vorjahr. Die gestiegene Geschäftstätigkeit und die daraus resultierenden höheren Forderungen aus Finanzdienstleistungen führten dazu, dass die Mittelbindung im Working Capital um 5,7 (3,1) Mrd. € zunahm. Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts lag mit 0,2 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund volumenbedingt gestiegener Finanzschulden kam es in der Finanzierungstätigkeit zu einem Mittelzufluss von 2,3 Mrd. € (39 Mio. €). Am 31. Dezember 2010 betrug der Zahlungsmittelbestand 1,2 Mrd. €. Unter Berücksichtigung der Wertpapiere und Darlehensforderungen war die Brutto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs mit 3,2 Mrd. € um 0,3 Mrd. € niedriger als ein Jahr zuvor. Der Kreditstand erhöhte sich auf 71,2 (66,2) Mrd. €. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Ausweitung der Geschäftstätigkeit und Wechselkurseffekten. Am Ende des Berichtsjahres belief sich die branchenüblich negative Netto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs auf –68,0 (–62,7) Mrd. €.

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