Geschäftsbericht

Marktchancen

Die größten Wachstumspotenziale sieht der Volkswagen Konzern – außer in den etablierten Märkten China und Brasilien – vor allem in Indien, Russland, den USA sowie in den Regionen ASEAN und Nahost.

China

Der Automobilmarkt in China ist, nachdem er von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben war, im Jahr 2010 erneut stark gewachsen: Die Fahrzeugverkäufe stiegen auf 11 Mio. Einheiten. Wir gehen auch für die kommenden Jahre von einem weiteren Wachstum auf dem chinesischen Automobilmarkt – unserem weltweit größten Absatzmarkt – aus. Um an den erheblichen Wachstumschancen dieses Marktes teilhaben zu können und die Marktführerschaft in China zu verteidigen, erweitern wir dort unsere Produktpalette, erhöhen die Investitionen und bauen die Produktionskapazitäten weiter aus.

Brasilien

Im Jahr 2010 gehörte auch Brasilien zu den am stärksten wachsenden Märkten. Nach dem Auslaufen der Maßnahmen, die die Regierung zur Stützung der Automobilnachfrage bis zum Ende des ersten Quartals angeboten hatte, verlangsamte sich das Marktwachstum. In der zweiten Hälfte 2010 stabilisierte sich die Nachfrage und die Auslieferungen erreichten mit insgesamt mehr als 2,6 Mio. Einheiten ein Rekordniveau. Für den Volkswagen Konzern bleibt Brasilien ein strategisch wichtiger Markt, der auch künftig großes Potenzial bietet. Aufgrund unserer speziell für den brasilianischen Markt entwickelten und lokal produzierten Modelle erwarten wir, an diesem Wachstum teilzuhaben und unsere Marktposition erfolgreich auszubauen.

Indien

Die Nachfrage nach Neufahrzeugen in Indien – einem der wichtigsten Potenzialmärkte weltweit – stieg 2010 trotz der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise und wird sich in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich mehr als verdoppeln. Damit wird Indien zukünftig zu den wichtigsten Automobilmärkten der Welt gehören. Die besonderen Wachstumschancen für den Volkswagen Konzern wollen wir mit dem Aufbau der Fertigungskapazitäten im indischen Pune und der Produktion von Modellen der Marken Škoda und Volkswagen Pkw weiter nutzen.

Russland

Der Automobilmarkt in Russland war von der Finanz- und Wirtschaftskrise mit am stärksten betroffen. Nachdem sich die Zahl der verkauften Fahrzeuge 2009 innerhalb von einem Jahr auf 1,4 Mio. Einheiten halbiert hatte, stieg die Nachfrage nach Pkw 2010 auf 1,8 Mio. Fahrzeuge. Diese Entwicklung, die von einer weitgehenden Stabilisierung der Wirtschaft herrührte, wurde mit einem Prämienprogramm der Regierung zusätzlich unterstützt. Der Volkswagen Konzern steigerte in diesem schwierigen Umfeld seinen Marktanteil deutlich auf 7,1 %. Wir gehen davon aus, dass sich Russland zukünftig durch stetiges Wachstum zu einem der größten Automobilmärkte der Welt entwickeln wird. Mit seinem Werk in Kaluga, 160 km südwestlich von Moskau, will der Konzern die Wachstumschancen in Russland nutzen. Wir haben dort bereits im Oktober 2009 mit der Vollproduktion von Fahrzeugen der Marken Volkswagen Pkw und Škoda begonnen.

USA

Nach einem dramatischen Rückgang der Fahrzeugverkäufe 2009 infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Markt in den USA begonnen, sich zu erholen. Die Nachfrage lag 2010 bei 11,6 Mio. Fahrzeugen (+11,1 %). Der Volkswagen Konzern konnte davon überproportional profitieren und steigerte seinen Marktanteil 2010 auf 3,1 (2,9) %. In den USA will sich der Konzern vom Nischen- zum Volumenanbieter entwickeln. Dieses Ziel soll mit der lokalen Fertigung marktspezifischer Produkte und mit effizienten Vertriebsstrukturen erreicht werden. Der Aufbau der Produktion in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee dient dazu, den US-Dollar-Raum nachhaltig zu erschließen und unter anderem Vertriebsrisiken aus Währungskursschwankungen zu minimieren. Nach dem Produktionsstart im Jahr 2011 werden speziell für den US-Markt entwickelte Fahrzeuge die Fabrik verlassen.

ASEAN

Ein wesentliches Ziel des Volkswagen Konzerns ist die nachhaltige Erschließung des Wirtschaftsraums ASEAN, dessen Automobilmärkte insgesamt ein sehr hohes Wachstumspotenzial aufweisen. Die ASEAN-Region besteht aus sehr heterogenen Märkten: Auf dem Automobilmarkt in Thailand dominieren Pickup-Modelle, während in Indonesien und Malaysia die Nachfrage nach MPV- sowie Kurz- und Stufenheck-Fahrzeugen sehr hoch ist. Zu den Vertriebsgesellschaften in Malaysia und Singapur werden in Zukunft weitere hinzukommen. Eine lokale Montage beziehungsweise Produktion ist aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der hohen Preissensitivität der Region derzeit der beste Weg, um diese Märkte zu erschließen. Verschiedene Optionen mit potenziellen Partnern werden zurzeit geprüft. Im Dezember 2010 hat Volkswagen gemeinsam mit dem Partnerunternehmen DRB-HICOM einen Vertrag zur Fahrzeugmontage in Malaysia unterzeichnet. Um den lokalen Markt langfristig zu erschließen, soll bereits ab Ende 2011 der Passat im CKD-Fertigungsverfahren im DRB-HICOM-Werk in Pekan produziert werden. Ab Ende 2012 ist in einer zweiten Ausbaustufe geplant, die Modelle Jetta und Passat auf Basis einer lokalen Vollfertigung für den malaysischen Markt zu produzieren. In Indonesien haben wir schon im Jahr 2009 mit der lokalen Montage begonnen.

Nahost

Die Region Nahost ist durch ihre heterogenen Märkte gekennzeichnet. Der Volkswagen Konzern verfügt bislang noch über keine eigene Produktionsstätte in dieser Region, die Marktanteile sind bislang noch gering. Die Optimierung der Vertriebswege und des spezifischen Produktangebots soll es uns künftig ermöglichen, die Potenziale der Region besser zu nutzen und unsere Marktanteile deutlich zu erhöhen.

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