Geschäftsbericht

Nachfrageabhängige Risiken

Nachfrageabhängige Produktionsrisiken

Die Pkw-Märkte haben sich 2010 nach dem Einbruch der Weltwirtschaft zum Teil schneller als erwartet erholt, deshalb haben wir die Produktion an unseren internationalen Standorten im Laufe des Jahres deutlich ausgeweitet. Um die benötigten Kapazitäten abzusichern, haben auch unsere Zulieferer ihre Lieferungen über die ursprünglichen Vereinbarungen hinaus gesteigert. Für 2011 erwarten wir eine anhaltend hohe Nachfrage, wobei es insbesondere in Bezug auf Einbauraten von Ausstattungsmerkmalen und Komponenten zu nachfragebedingten Schwankungen kommen kann. Mit unserem Drehscheibenkonzept und der hohen Flexibilität im Bereich der Logistik stellen wir sicher, dass wir die Programme unserer Fahrzeug- und Komponentenwerke bestmöglich an die aktuellen Marktverhältnisse anpassen. Auch die Möglichkeit, je nach Situation auf umfangreiche Flexibilitätsmaßnahmen innerhalb der bestehenden Arbeitszeitmodelle zurückzugreifen, begrenzt das Risiko.

Risiken aus Nachfrageveränderungen

Das Nachfrageverhalten der Konsumenten hängt nicht nur von realen Einflussgrößen wie dem verfügbaren Einkommen ab, sondern ist auch in hohem Maße von nicht planbaren psychologischen Faktoren abhängig.

Gestiegene Kraftstoff- und Energiepreise können zu einer unerwarteten Kaufzurückhaltung führen, was durch Medienberichte noch verschärft werden kann. Dies gilt insbesondere in gesättigten Automobilmärkten wie Westeuropa, in denen durch die dann auftretende verlängerte Haltedauer ein Rückgang der Nachfrage möglich ist.

Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung und die gesamte Automobilindustrie haben auch 2010 die Effekte dieser nicht planbaren psychologischen Faktoren zusätzlich verstärkt. Viele Automobilmärkte befanden sich in zum Teil dramatischen Abwärtsspiralen, einige mussten durch staatliche Förderprogramme gestützt werden. Der drohenden Kaufzurückhaltung wirkte der Volkswagen Konzern mit seiner attraktiven Modellpalette und einer intensiven Kundenorientierung entgegen.

Neben der krisenbedingten Kaufzurückhaltung sorgen Kraftfahrzeugsteuern, die auf dem CO2-Ausstoß basieren – so wie sie bereits in einigen europäischen Ländern ausgestaltet sind – sowie hohe Öl- und Energiepreise für eine Verschiebung der Nachfrage zugunsten kleinerer Segmente und Motoren. Dem Risiko, dass eine solche Verschiebung das finanzielle Ergebnis des Volkswagen Konzerns beeinträchtigt, begegnen wir mit der Entwicklung immer neuer verbrauchsgünstiger Fahrzeuge und alternativer Kraftstoffe auf der Grundlage unserer Kraftstoff- und Antriebsstrategie. Darüber hinaus können in den stark wachsenden Märkten in Asien und Osteuropa Risiken durch staatliche Eingriffe entstehen, die den privaten Verbrauch – zum Beispiel durch restriktive Kreditvergaben oder Steuererhöhungen – beeinträchtigen.

Abhängigkeit vom Großkundengeschäft

Der Anteil der gewerblichen Großkunden an den Gesamtzulassungen in Deutschland hat sich im Geschäftsjahr 2010 auf 11,4 (7,7) % erhöht. Damit liegt diese Quote – nach Auslaufen der Umweltprämie und den daraus resultierenden geringeren Privatzulassungen – wieder auf dem Niveau von 2008. Die Nachfrage der gewerblichen Kunden hat zwar zugenommen, sie liegt aber noch unter dem Stand von 2008. Der Marktanteil des Volkswagen Konzerns fiel bei diesen Kunden leicht auf 45,9 (46,3) %. Mit seinem umfassenden Produktangebot und der zielgruppenorientierten Kundenbetreuung konnte der Volkswagen Konzern seine Marktführerschaft in Europa weiter ausbauen. Die Zulassungen auf gewerbliche Großkunden stiegen um 10,9 %, der Marktanteil des Konzerns erhöhte sich auf 26,8 (26,0) %. Im Großkundengeschäft ist weiterhin eine zunehmende Konzentration und Internationalisierung festzustellen. Auch in Bezug auf die wachsende Bedeutung der CO2-Thematik und den Trend zum Downsizing ist der Konzern mit seinem breiten Produktportfolio gut auf gestellt. Eine Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Großkunden besteht nicht.

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