Geschäftsbericht

Produktion

FAHRZEUGPRODUKTIONSSTANDORTE DES VOLKSWAGEN KONZERNS
Anteil an der Gesamtproduktion 2010 in Prozent
Fahrzeugproduktionsstandorte des Volkswagen Konzerns (Landkarte)

Zahlreiche Fahrzeugneuanläufe, umfangreiche Aktivitäten an unseren neuen Produktionsstandorten, Qualifizierungsmaßnahmen für unsere Mitarbeiter sowie die Erholung der Automobilmärkte bestimmten das Jahr 2010 aus Sicht der Produktion. Die deutlich gestiegene Nachfrage nach unseren Modellen führte im Berichtsjahr dazu, dass einige Fertigungsstätten im Konzern ihr Produktionsprogramm bis an die Kapazitätsgrenze steigern mussten. Die Marke Scania kehrte wegen der positiven Nachfrageentwicklung im Nutzfahrzeugsegment an ihren schwedischen Standorten zur Fünf-Tage-Woche zurück; außerdem wurde die Belegschaft in Europa insgesamt aufgestockt.

Produktionsstandorte

Der Leistungsverbund des Volkswagen Konzerns umfasste am Ende des Berichtsjahres 61 Standorte; an 40 von ihnen werden Fahrzeuge hergestellt. Der russische Standort in Kaluga hat nach dem Start der Vollfertigung im Jahr 2009 seine Fertigungspalette um zwei weitere Fahrzeugmodelle erweitert und realisierte damit vier Modellanläufe innerhalb von nur elf Monaten. Auch im indischen Werk in Pune werden mittlerweile insgesamt vier verschiedene Modelle produziert. Der Aufbau des Volkswagen Standorts in Chattanooga, USA, schreitet weiter voran. Dort beginnen wir 2011 mit der Fertigung eines speziell für den nordamerikanischen Markt entwickelten Modells. Im gleichen Jahr wird auch die Volkswagen Osnabrück GmbH die Fahrzeugproduktion aufnehmen. In China errichtet der Konzern – seiner langfristigen Wachstumsstrategie folgend – zwei neue Fahrzeugwerke, in Yizheng und Foshan; sie werden beide im Jahr 2013 den Betrieb aufnehmen. Im selben Jahr wird auch das neue Motorenwerk im mexikanischen Silao mit der Produktion von Motoren der neuesten Generation für den nordamerikanischen Markt beginnen. Nach umfangreichen Erneuerungen verfügt Scania am polnischen Standort Slupsk nun über eine moderne und effiziente Busfertigung. Der Volkswagen Standort in Chemnitz wurde von der Unternehmensberatung A.T. Kearney und der Fachzeitschrift „Produktion“ als „Fabrik des Jahres 2009“ in der Kategorie „Hervorragendes Innovationsmanagement“ ausgezeichnet.

Erfolgreiche Neuanläufe in den Werken

Zahlreiche Neuanläufe an unseren Standorten weltweit haben im Jahr 2010 zum Erfolg des Konzerns beigetragen. Die wichtigsten Neuheiten des Jahres für die Marke Volkswagen Pkw waren die jüngsten Generationen der Modelle Touareg, Sharan, Touran und Passat. Ein weiteres Highlight war die Einführung des neuen Jetta aus mexikanischer Produktion in den US-Markt. Im russischen Kaluga wurden der Polo und der Škoda Fabia in die Vollfertigung integriert. Audi erweiterte seine Produktpalette um den neuen Audi A1 und den Audi A7 Sportback. Darüber hinaus startete die Produktion der neuen Generation der Audi A6 Limousine. Für SEAT waren der Anlauf des Ibiza ST sowie die Produkterneuerung des Alhambra markante Punkte im Fertigungskalender. Die Produktpalette unserer Werke in China wurde um den Magotan CC erweitert, und bei den Modellen Polo und Touran fand ein Generationswechsel statt.

Produktionsjubiläen des Jahres 2010

Im Februar 2010 konnten wir ein besonderes Jubiläum feiern: Am Standort Wolfsburg wurde das 37-millionste Fahrzeug gefertigt – ein Golf GTI. Im Werk Kassel freute man sich im März über das 100-millionste hergestellte Getriebe; dabei handelte es sich um ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Ebenfalls im März hatte SEAT Anlass zur Freude, als der einmillionste Leon in Martorell produziert wurde. Im April verließ in Bratislava der einmillionste SUV die Werkshallen. Die 20-millionste Golf Limousine, die in einem inländischen Werk gefertigt wurde, lief im Juni in Wolfsburg vom Band. Škoda feierte 2010 die Produktion des achtmillionsten Automobils insgesamt. Im vierten Quartal schließlich konnten wir uns über das zehnmillionste Fahrzeug und den einmillionsten Motor aus chinesischer Produktion freuen; unser Werk in Zwickau fertigte im November den zweimillionsten Passat.

Das Konzern-Produktionssystem

Das wertschöpfungsorientierte, synchrone Konzern-Produktionssystem hat sich der Erhöhung von Qualität und Termintreue bei gleichzeitiger Reduzierung der Kosten verschrieben. Das Kernelement des Systems ist eine durchgängige und konsequente Arbeits- und Prozessorganisation. Erreicht wird diese durch ein einheitliches konzernweites Produktionssystem und den methodischen Ansatz des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Mitarbeiter, Arbeitnehmervertreter und Management haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Unternehmen gemeinsam zu einer lernenden Organisation weiterzuentwickeln.

Derzeit werden weltweit Lean-Center in den Konzernmarken sowie Trainingscenter in den Werken aufgebaut. Diese sollen Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter – vom Facharbeiter bis zum Top-Manager – durchführen und so deren Kompetenzen erweitern. Im Jahr 2010 wurde das Lean-Center in Chattanooga eröffnet; weitere neue Trainingscenter entstanden im Werk Chemnitz für die Motormontage und im Werk Kassel für die Mechanische Fertigung und Getriebemontage.

Die demografische Entwicklung stellt Volkswagen vor die Herausforderung, seine anspruchsvollen Ziele bei einer veränderten Altersstruktur der Belegschaft zu erreichen. In diesem Zusammenhang ist der Mensch die wichtigste Ressource. Damit die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter erhalten bleibt, müssen ihre Arbeitsplätze ergonomisch und altersgerecht gestaltet werden. Dies ist bereits im Produktentstehungsprozess zu berücksichtigen. Dadurch, dass wir dem Aspekt der Ergonomie in diesem Prozess einen besonderen Stellenwert beimessen, stellen wir sicher, dass sich die Arbeitsplatzqualität für die Mitarbeiter der Fertigung verbessert. Die Folge: Fertigungszeiten und Fehlerhäufigkeit werden reduziert. Zudem schaffen wir Einsatzmöglichkeiten für Mitarbeiter mit vermindertem Leistungsvermögen. Alle diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Präzision und Kompetenz im Werkzeugbau

Anspruchsvolles Design der Fahrzeuge, realisiert durch Präzision und Kompetenz – das ist unsere Leitlinie. Voraussetzung für ihre Umsetzung ist die eigene Fertigung der Werkzeuge für den Automobilbau. Nur so gewährleisten wir kurze Durchlaufzeiten bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit in der Produktion.

Die Basis unseres heutigen Produktionssystems ist eine getaktete Fließfertigung. Sowohl im Presswerkzeugbau als auch im Anlagen- und Prüfmittelbau haben wir daher sukzessive alle Prozesse synchronisiert. Dabei ermöglicht der Einsatz einer durchgängigen, softwareunterstützten Steuerungsmatrix eine Auslastungsplanung, die bis zur Planung der Kapazitäten der einzelnen Arbeitsplätze reicht. Installierte Prüfpunkte, sogenannte Quality-Gates, stellen sicher, dass nach jedem Arbeitsschritt Fehler systematisch erkannt und abgestellt werden. Nur geprüfte und für in Ordnung befundene Produkte werden an die nächsten Prozessschnittstellen übergeben.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass unsere Herausforderungen nicht nur kürzere Produktionszyklen und Preisdruck heißen, sondern vor allem neue Technologien. Intelligente Werkzeuge sind die Grundlage für einen prozesssicheren und standardisierten Betrieb, der gleichzeitig flexibel und wirtschaftlich ist.

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