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Räume bewegen.

Susanne Schmidhuber ist Innenarchitektin und gründete 1984 zusammen mit ihrem Mann Prof. Klaus Schmidhuber das Architekturbüro Schmidhuber+Partner in München. (Foto)

Die Stadt und eine gut funktionierende Verkehrsinfrastruktur gehören elementar zusammen. Heute schon lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Die großen Metropolen wachsen weiter, neue Mega-Städte entstehen. Der städtische Raum befindet sich im Umbruch: Nach der jahrzehntelangen Flucht in die Peripherie werden die Zentren der Stadt durch unterschiedlichste Altersschichten und Lebensstile hinweg wieder als attraktive Orte begriffen, in denen sich Leben und Arbeiten miteinander vereinen lässt. Wie sich Menschen in Zukunft in der Stadt bewegen, wird auch die Architektur wesentlich beeinflussen. Von der individuellen Wohnung bis hin zu städtebaulichen Konzepten – es wird eine völlig neue urbane Ästhetik entstehen.

Urbane Räume als positiv erlebbare und lebbare Räume zu gestalten, das ist für mich als Architektin eine zentrale Aufgabe. Der Lebensraum Stadt ist ein Organismus aus sich überlagernden Räumen, Geschichten, Menschen – alle in ständiger Veränderung und damit Bewegung. Räume in der Stadt haben dabei unterschiedlichste Funktionen und Wirkungen: suggestiv anregend, herausfordernd oder beruhigend. Wenn wir uns in solchen Räumen bewegen, entstehen räumlich-körperhafte Prozesse. So erleben wir Architektur – mit Augen, Ohren, durch Ertasten und durch unsere Bewegung im Raum.

Stadtautobahnen, Zugverbindungen, öffentliche Verkehrsmittel sind die Lebensadern im städtischen Raum. Und gleichzeitig ist der wachsende Verkehr mit seinen teilweise drastischen Folgen gemeinsame Herausforderung für Stadtplaner, Architekten und Autobauer. Denn das Auto ist und bleibt ein elementarer Bestandteil im Lebenssystem Stadt.

Emissionen, steigende Verkehrsdichte, Parkplatznot verlangen nach neuen, intelligenten Ideen und alternativen technischen Lösungen wie zum Beispiel die Elektromobilität, um Bewegung in der Stadt auch in Zukunft möglich zu machen. Und um sie ökologisch sinnvoll und lebenswert zu gestalten.

Die Stadt der Zukunft braucht beides: Bewegung und Balance. Und beides kann in der Architektur unmittelbar ablesbar sein. Unser Projekt in Shanghai, die Architektur des Deutschen Pavillons auf der World Expo 2010, war ein solches begehbares Sinnbild für Balance. Die Gebäudeteile stützten sich gegenseitig. Man spürt, wie wichtig Gleichgewicht ist. Gleichgewicht als Sinnbild für unsere Städte von morgen. Gleichgewicht als Voraussetzung für Bewegung.

 
Unterschrift Susanne Schmidhuber (Handschrift)
 

SUSANNE SCHMIDHUBER
Susanne Schmidhuber, geboren 1956, ist Innenarchitektin und gründete 1984 zusammen mit ihrem Mann Prof. Klaus Schmidhuber das Architekturbüro Schmidhuber+Partner in München, in dem sie heute mit vier Partnern und einem Team aus rund 60 Architekten, Innenarchitekten und Designern arbeitet. Schmidhuber+Partner zeichnete für den preisgekrönten Deutschen Pavillon auf der EXPO 2010 in Shanghai verantwortlich und entwirft regelmäßig Ausstellungsarchitektur und Messestände, unter anderem für Audi, Lamborghini und MAN.

Urbane Räume positiv erleben (Skizze)
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