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Jung geblieben.

KLEINE AUTOMOBILE FLUCHTEN

Barcelona ist eine turbulente, quicklebendige, aber auch etwas laute Metropole. Im Sommer belagern Touristen das Zentrum. Dann nehmen Lamarca und Blanco öfter Reißaus, fahren ans Meer, an die Costa Brava oder auch mal nach Südfrankreich. Sie sind gern unterwegs, spontan und unabhängig von Fahrplänen, auto-mobil eben. „Das Auto ist unverzichtbar für kleine Fluchten aus dem Alltag“, sagt Lamarca. In der City bleibt der Wagen häufig stehen. Vor allem am Wochenende, wenn die beiden durch die traditionellen Viertel bummeln: die schmalen, verwinkelten Gassen im Barri Gòtic entlang, dem gotischen Viertel mit der Kathedrale als Mittelpunkt, oder durch die Barceloneta, das frühere Quartier der Hafenarbeiter. „In diesen Stadtvierteln ist man am besten zu Fuß unterwegs“, rät Lamarca.

Francisco de Pablo, jetzt im Ruhestand,war bis vor kurzem Produktionschef im SEAT Werk Martorell. Am Montjuïc gönnt er seinem Klassiker, dem cremefarbenen SEAT 600 aus den Sechzigerjahren, eine Verschnaufpause. (Foto)

ZEITGENOSSEN AUF TOUR – Am
Montjuïc gönnt Francisco de Pablo dem
SEAT 600 eine Verschnaufpause. Der
SEAT 600 mobilisiert Spanien, das
kleine Auto ermöglichte Ausflüge mit
Familie und Freunden.

Der SEAT 600 parkt inzwischen am Aussichtspunkt Miramar am Montjuïc. Weiter oben steht die Burg, rundherum viel Grün – ein Park, Wald und Barcelonas botanischer Garten. Von Miramar aus sieht man auf die Stadt und den Hafen hinab. In dessen Freihandelszone, der Zona Franca, liegen die älteren Gebäude des SEAT Werkes. Hier fing de Pablo im März 1972 an zu arbeiten. Den Führerschein hatte er schon vier Jahre zuvor gemacht, sogar früher als sein Vater. „Als wir zum ersten Mal mit dem Auto ins Heimatdorf meines Vaters fuhren, bestand er trotzdem darauf, selbst hinter dem Steuer zu sitzen – eine Frage des Stolzes. Nur durch glückliche Fügung blieb der Wagen heil“, erinnert sich de Pablo. 1973 lief der letzte SEAT 600 in Barcelona vom Band. Die Arbeiter verabschiedeten ihn mit dem Spruchband: „Du wurdest als Prinz geboren und stirbst als König.“ Als Volkswagen das Unternehmen 1986 übernahm, ging de Pablo für zwei Jahre nach Deutschland und begleitete dort die Planungen für das neue SEAT Werk in Martorell, das er anschließend mit einweihte: „Eine spannende Zeit – für SEAT der Beginn einer neuen Ära.“

Am Abend trifft der in Ehren gealterte SEAT 600 wieder auf den blutjungen Ibiza – inmitten eines architektonischen Schmuckstücks der Altstadt Barcelonas, dem Plaça Reial. Den „königlichen Platz“ umgibt ein Komplex klassizistischer Bauten, Mitte des 19. Jahrhunderts nach französischem Vorbild erbaut. Palmen spenden Schatten. Abends leuchten Laternen, die der damals noch unbekannte katalanische Architekt Antoni Gaudí entworfen hat. Gaudís Bauwerke – am bekanntesten ist die nach wie vor unvollendete Kirche Sagrada Família – zählen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. De Pablo war lange nicht mehr hier. „Früher bin ich oft mit meinem Vater hergekommen, auf der Suche nach Briefmarken und Münzen auf dem Trödelmarkt.“ Heute treffen sich die jungen Leute eher zum Feiern auf dem Plaça Reial. Hier sind die Nächte lang: in den Bogengängen mit zahlreichen Cafés und Kneipen, im „Glaciar“, im „Pipa Club“ oder in der Diskothek, die sich im Keller des Restaurants „Taxidermista“ versteckt. Ein echter Insider-Tipp.

„SEAT passt zu Barcelona – die Stadt ist modern und stilbewusst wie die Marke.“ Álex Blanco, Seat fahrer (Zitat)

VIELFÄLTIG UND TEMPERAMENTVOLL – WIE SEAT

Im letzten Tageslicht neigt sich das Generationentreffen dem Ende zu. „SEAT passt zu Barcelona“, sagt Blanco bei einem Glas Bier, „die Stadt ist genauso modern und stilbewusst wie die Marke.“ „Und Barcelona steht für Vielfalt und Temperament – wie SEAT“, ergänzt Lamarca. Aus Blanco spricht nun der Autofan: „Die spanischen Wurzeln der Marke kommen heute stärker denn je zur Geltung. Auch weil sich in den letzten Jahren die Verarbeitung und Motortechnik konstant weiterentwickelt hat.“ De Pablo hört zu und lächelt. Er hat größtes Verständnis für die Jugend und ihre Meinung. Der 600er ist sein Hobby, seine Leidenschaft. Aber im Alltag fährt auch er einen silberfarbenen Ibiza ST, der reichlich Platz und Fahrspaß bietet.

Auf dem Plaça Reial haben japanische Touristen den knuffigen kleinen Oldtimer entdeckt. Nach dem obligaten Foto am zentralen Brunnen stellen sie sich mehr oder weniger unauffällig neben den 600 und bitten Freunde, ein Bild zu schießen. De Pablo sieht es mit Genugtuung. „Der ist nach wie vor ein Blickfang“, sagt er, „der Ibiza hat ja noch Zeit, zu einem Klassiker zu werden.“

WEITERE INFORMATIONEN
www.seat.de

AUTOR
Merten Worthmann

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