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NACHHALTIG UNTERWEGS IN DER STADT

In diesen letzten 100 Jahren hat sich die Einwohnerzahl von Stockholm auf heute rund 800.000 Menschen nahezu verdreifacht – im Vergleich zum Wachstum der Megacitys in Asien eine sanfte Urbanisierung. Gleichwohl beschäftigt Strömberg und Westman dieses Thema ebenso wie die globale Klimaerwärmung und die Verknappung fossiler Rohstoffe. Das seien große Herausforderungen für Natur und Menschen, aber auch für die Wirtschaft. Strömberg zeigt sich dennoch optimistisch: „Sie sind lösbar.“ Deshalb engagiert sich Scania in dem 2008 von der schwedischen Regierung gestarteten Projekt „SymbioCity“. Unternehmen wie Institutionen, Automobilfirmen genauso wie Kraftstoffproduzenten und Infrastrukturbetreiber arbeiten in diesem Netzwerk an einem gemeinsamen Ziel: der nachhaltigen Urbanität. Es geht um die Reduzierung von CO2-Emissionen und um mehr Wirtschaftlichkeit bei der Nutzung von Energie und Transportsystemen.

Vordenker für eine saubere Umwelt – Nachhaltigkeitsexperte Jonas Strömberg (links) und Björn Westman, Leiter der Motorenentwicklung bei Scania. (Foto)

VORDENKER FÜR EINE SAUBERE UMWELT – Nachhaltigkeitsexperte Jonas Strömberg (links) und Björn Westman, Leiter der Motorenentwicklung bei Scania.

Auf der Insel Skeppsholmen steigen junge Leute zu, Studenten auf Reisen. Sie kommen von der „Af Chapman“, einem stolzen Dreimaster, der seit 1949 als schwimmende Jugendherberge genutzt wird. Strömberg und Westman diskutieren inzwischen über automobile Zukunftstechnologien. Scania arbeitet intensiv an Hybridkonzepten und schickte 2009 sechs Prototypen mit Ethanol-Hybridantrieb zum Testdienst in Stockholms Nahverkehr. Der Hybridantrieb kann den Kraftstoffverbrauch bis zu 25 Prozent senken, nimmt aber keinen Einfluss auf die verbleibenden 75 Prozent CO2-Ausstoß. Um einer wirklich CO2-neutralen Transportlösung nahezukommen, müssen Biokraftstoffe verwendet oder Elektroantriebe mit Strom aus regenerativen Quellen eingesetzt werden. Batterien für Hybrid und Elektrofahrzeuge sind heute noch sehr teuer, aber man rechnet damit, dass die Kosten weiter sinken.

NACHWACHSENDE KRAFTSTOFFE

„Wir müssen unterschiedliche Maßnahmen, wie Fahrertrainings, Flottenmanagement, Biokraftstoffe und energieeffizientere Fahrzeuge kombinieren, um nachhaltigen Transport möglich zu machen. Vieles davon können wir hier und jetzt tun. Manches allerdings, wie Hybrid-Busse im Serieneinsatz, ist heute noch nicht wirtschaftlich darstellbar“, sagt Strömberg.

Stockholms Scania Busse fahren mit Bioethanol, das zu 50 Prozent als Nebenprodukt in einer schwedischen Zellstofffabrik hergestellt wird. Die andere Hälfte wird aus Pflanzen wie Zuckerrohr oder aus landwirtschaftlichen Abfallstoffen gewonnen. Für Bioethanol spricht: Es reduziert im Vergleich zu herkömmlichem Diesel die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent. Dabei können moderne verbrauchseffiziente Dieselmotoren eingesetzt werden, ohne dass aufwendige technische Änderungen notwendig wären. Ethanol dominiert heute mit einem Anteil von 90 Prozent den Markt der Biokraftstoffe. Diese könnten nach Strömbergs Einschätzung bis 2020 mindestens 20 Prozent der fossilen Kraftstoffe ersetzen.

FAHREN MIT KÖPFCHEN

Scania hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben, genauso wie Schwedens Hauptstadt Stockholm. Eine Bustour durch die Stadt auf Inseln zeigt, was machbar ist. (Foto)

Das Engagement von Scania endet jedoch nicht bei effizienten Antrieben, sondern setzt sich unter dem Schlagwort „intelligenter Transport“ fort. Dazu gehören Fahrertrainings, bei denen Berufskraftfahrer den sparsamen Umgang mit dem Gaspedal lernen. Eine Reduzierung des Verbrauchs um bis zu zehn Prozent und damit eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit sei so erreichbar, bestätigt Westman. Auch im Busgeschäft kommen die besten Ergebnisse in enger Zusammenarbeit mit den Kunden zustande. So hat Scania gemeinsam mit einem schwedischen Busbetreiber für eine deutlich höhere Verfügbarkeit und Verlässlichkeit seiner Busflotte gesorgt: Scania hat einen Großteil der Werkstätten übernommen und leistet nun alle Dienstleistungen und Reparaturen der gesamten Flotte. „Gemeinsam mit dem Kundendienst und den Verkehrsplanern haben wir dafür gesorgt, dass die Betriebsbereitschaft der Busflotte jetzt bei unglaublichen 99,6 Prozent liegt“, so Strömberg.

Der Bus umkreist jetzt den Springbrunnen mit der markanten Glasskulptur am Sergels Torg. Ein Platz, an dem die Stadt ihr Gesicht aus den Siebzigerjahren zeigt. Von dort ist es nicht weit zum Hauptbahnhof, dem zentralen Knotenpunkt der Stockholmer U-Bahnen, Stadt- und Fernbusse. Endstation. Die Fotos sind im Kasten, der frühe Abend knipst das Licht aus. Rund 50 Liter Bioethanol verbraucht der Bus auf 100 Kilometern Stadtfahrt im ständigen Wechsel von Anfahren und Abbremsen. Alles in allem eine saubere Sache.

WEITERE INFORMATIONEN
www.scania.com

AUTORIN
Tina Rumpelt

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